Ein Photoblitzgerät wird umgebaut zu einem Blitzgerät für Messsungen der verzögerten Fluoreszenz


Praktisch jeder Photoblitz verfügt über eine Sensorelektronik, mit der die Blitzleistung der Umgebungssituation angepasst werden kann. Weiterhin sollten die Geräte portabel sein und demzufolge sind sie ausgestattet mit Ladegerät und Akku. Aus dem Akkubetrieb wiederum folgt für recht preiswerte Blitzgeräte, dass diese vielleicht 3-6 mal in der Minute blitzen können, weil eben das Laden der Blitzkondensatoren ggf. 10 bis 20 Sekunden Zeit benötigt. Schnellere Blitzgeräte sind erheblich teuerer.

Der einfache weg ist das Ausschlachten. Man kauft sich ein sehr preiswertes Blitzgerät (wenn es eines im Aldi gibt, greifen Sie ruhig zu) und schlachtet es aus. Das Einzige, was Sie benötigen, dass ist das Gehäuse, die Blitzlampe und die Zündspule. Den Rest können Sie getrost direkt entsorgen.

Natürlich sollten Sie sich vorher die folgende Schaltung angesehen haben:

Die Schaltung für ein Messblitzgerät

Und natürlich sollten Sie die Hand voll Bauteile im Fachhandel schon bezogen haben. Dabei können Sie sogar noch den Schalter und den zweiten 22 µF-Kondensator einsparen. Diesen habe ich seinerzeit gebraucht, um mit einer Messreihe prüfen zu können, bei welcher Blitzleistung ich vernünftige Messergebnisse bekomme. Die Leistung hängt natürlich extrem vom Versuchsaufbau ab aber ein Blitz für Messzwecke muss in der Regel in der Leistung wesentlich kleiner sein als ein Photoblitz. Beim genannten Gerät betrugen die Photblitzleistungen ca. 13 Ws maximal und für die Messungen reichten 1 Ws bis 1,5 Ws völlig aus. Das zeigte mir damals folgende Messung.

Der Intensitätsverlauf der verögerten Flureszenz in Abhängigkeit von der Leistungs des Photoblitzes

Hier wird die “Leistung” des verzögerten Fluoreszenzsignales in Ordinantenrichtung logarithmisch gegen die Zeit in Abszissenrichtung linear aufgetragen. Natürlich sind hier die Einheiten willkürlich, denn bei einer Leistung des Photoblitzes von 13 Ws muss man die Verstärkung des Photomultipliers sehr stark reduzieren, damit das Signal im Fenster des Analog-Digtalwandlers gut aufgelöst werden kann.

Wichtig ist hierbei nur: Von der Theorie erwartet man einen exponentiellen Abfall des Signals und damit in der Darstellung oben einen linearen Verlauf der Funktion. Dieser lineare Verlauf ist nur bei dem 1,5 Ws-Blitz wirklich vorhanden. Der 13 Ws-Blitz erzeugt andere physikalische Effekte, auf die ich ggf. in einem anderen Beitrag eingehen werde. Messen jedenfalls kann man nur mit dem 1,5 Ws-Blitz.

Damit dürfte schnell klar sein: Die 220 V-Versorgung (damals waren es noch 220 Volt) sorgte für Ladezeiten des Blitzkondensators im Subsekundenbereich und die niedrige Blitzenergie garantiert doch eine relativ hohe Lebensdauer der Blitzlampe eben auch bei einem Billigblitzer.

Fazit: Blitzen für Messzwecke ist deutlich preiswerter als Blitzen für die Photographie.